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DER ENGEL ANGELINA
„Engel Angelina! Engel Angelina, bringe mir den Stern!..“ Klirren von Weingläsern, Lachsalven, Geheul eines übergeschnappten Hundes - niemand hat dem Tier erklärt, was geschieht, er ist dumm, er lief im Hof herum und schnappte mit den Zähnen nach dem umhertanzenden Konfetti, die ein Betrunkener aus einem der oberen Stockwerke herunterwarf. „Warum ist alles so seltsam? Warum ist alles schwarz-weiß und diese Musik noch dazu?“ „Wir sind in einen frühen Film von Fellini geraten. Jetzt wird es immer so sein.“ „Uff, das ist aber mal eine Geschichte! Der italienische Neorealismus... Gab es denn schon wieder keinen Truffaut? Er passt irgendwie besser zum Vollmond, na ja und seine Frauen – sie sind französisch und melancholisch...“ „Nein, gab’s halt nicht.“ „N’ Schluck Wein?“ „He, guck mal!” Man entdeckte das verlegene Pärchen unter dem Tisch. „Ach, wie gern hätte ich jetzt Regen!.. Oder sogar Schnee!“ „Dummerchen, warum ausgerechnet Schnee?“ „Selbst Dummerchen...“ Und sie stand abseits, unter den Säulen, die von Weintrauben und Lämpchen umrankt waren, und lachte - klar, aufrichtig, offen – so sehr freute sie sich über irgendeine Kleinigkeit. „Engel Angelina, hey, Engel Angelina, wo sind denn deine Flügel?“ „Ich habe sie mit einem wahnsinnigen Schriftsteller gegen dieses Feuerzeug getauscht. Schau mal, es schimmert wie Perlmutt!..“ Oh Sterne, ich rufe Euch zu Zeugen an, und Euch auch, Du, das mit Chianti verschüttete Tischtuch, und Du, der letzte Rest der Feier, - das schimmerte ja wirklich wie Perlmutt. Aber Engel Angelina, wo sind bloß deine Flügel? Engel Angelina, und wo bist du selbst?..
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